Planung und Management an einem Tisch
Der Planungsverband Ballungsraum Frankfurt/Rhein-Main und der ADFC Hessen leiten seit 2003 das Projekt bike + business. Der Fokus ist auf wirkungsvolle Instrumente zur Förderung des beruflichen Radverkehrs gerichtet. Bike + business ist kein isoliertes Projekt, sondern ein wichtiger Baustein der regionalen Radverkehrsförderung. Es bestehen intensive Wechselwirkungen zu weiteren Bausteinen, wie dem Überörtlichen Radroutennetz Frankfurt/Rhein-Main und der regionalen Kooperationsplattform RADforum Rhein-Main. Der vernetzte Ansatz gibt dem Projekt ein solides Fundament.
Der Ballungsraum Frankfurt/Rhein-Main ist in besonderer Weise durch den motorisierten Verkehr belastet. Ein wesentlicher Faktor hierfür ist der Berufsverkehr. Alleine die Stadt Frankfurt registriert täglich 300.000 motorisierte Einpendler. Der Fahrradanteil am Berufsverkehr liegt laut "Mobilität in Deutschland 2002" im Verbandsgebiet mit sechs bis sieben Prozent unter dem bundesdeutschen Schnitt von neun Prozent und sogar deutlich unter den cirka elf Prozent der Region Hannover. Nachhaltige Verkehrslösungen zur Sicherung der Leistungsfähigkeit des Gesamtverkehrssystems sowie zur Reduzierung der Klima- und Umweltbelastungen sind dringend umzusetzen.
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Business Radler Bild: riese und müller
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Bike + business beschreitet neue Wege in der regionalen Radverkehrsförderung. Das Neue ist nicht das Ziel, sondern der strategische Ansatz. Unter dem Motto Planung und Management an einem Tisch werden alle an der Mobilitätskette Beteiligten in das Projekt einbezogen. Hierzu gehören neben den Unternehmen auch die Kommunen sowie die Dienstleister im öffentlichen Personennahverkehr. Es zählt das Zusammenwirken von öffentlichen und betrieblichen Maßnahmen der Radverkehrsförderung. Erhebliche Synergieeffekte zeigen sich bei der Begegnung von kommunaler Planung und Wirtschaftsförderung mit den ortsansässigen Unternehmen.
Der Planungsverband und der ADFC Hessen gehen arbeitsteilig vor. Während der Planungsverband die Kooperation mit ausgewählten Mitgliedskommunen herstellt, wendet sich das ADFC-Projektbüro den Unternehmen und öffentlichen Verwaltungen zu. Der ADFC bietet umfangreiche Beratungsleistungen im Rahmen der betrieblichen Radverkehrsförderung an. Das Management registriert in zunehmendem Maße die Vorteile der betrieblichen Radverkehrsförderung. Hierzu zählen:
- Reduzierung der Fehlzeiten in der Belegschaft
- Verringerung der Parkraumkosten
- Außendarstellung als nachhaltig agierendes Unternehmen (Nachhaltigkeitsbericht)
Bisherige Bilanz
Derzeit kooperieren elf Städte (unter anderem Frankfurt am Main, Offenbach am Main und Hanau) und beteiligen sich 16 namhafte Arbeitgeber (unter anderem Commerzbank, Deutsche Bundesbank, Deutscher Wetterdienst, Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit, Industriepark Wolfgang, Klinikum Offenbach).
Bike + business belegte 2005 den zweiten Platz beim Deutschen Fahrradpreis best for bike und ist seit 2007 ein Förderprojekt im Rahmen des Nationalen Radverkehrsplans. Die
Schirmherrschaft hat der Hessische Wirtschafts- und Verkehrsminister Dieter Posch übernommen. Dieser überreichte auch den in 2009 erstmals verliehenen bike + business Award an die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit in Eschborn.
bike + business 2.0
Die Weichen sind bereits auf eine inhaltliche Weiterentwicklung gestellt. Wir sprechen in diesem Zusammenhang von bike + business 2.0. So wird das Projekt in das Aktionsprogramm Mobilitätsmanagement "effizient.mobil" eingebunden, ein bike + business Erreichbarkeitsindex für Gewerbegebiete entwickelt (Bachelorarbeit Universität Frankfurt) und der Fokus nun auch auf Pendlerdistanzen von über 10 Kilometern gerichtet. Hierzu sollen Pedelecs (elektrounterstützte Fahrräder) konzeptionell einbezogen werden.
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